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Regionaljournalismus als Monopol im KI-Zeitalter – Madsack wagt den Wandel

Print wird bis 2030 halbiert – doch Regionaljournalismus blüht auf.

Thomas Düffert, CEO der Madsack Mediengruppe, skizziert beim European Publishing Congress in Wien die Herausforderungen und Chancen im Journalismus. Trotz der drohenden Halbierung der Printauflagen sieht er im lokalen Journalismus die größten Zukunftschancen.

Eine ernste Lage mit einem optimistischen Ausblick

Die Prognose ist alarmierend: Bis 2030 könnte die gedruckte Auflage der Madsack Mediengruppe auf 225.000 Exemplare sinken. Doch Thomas Düffert bleibt optimistisch. Während die Printauflagen stagnieren, glaubt er fest an die Bedeutung des Regionaljournalismus als „einzige echte Monopolstellung im KI-Zeitalter“. Der Schlüssel zu dieser positiven Zukunftsperspektive liegt im regionalen Vertrauen und in der Glaubwürdigkeit, die von Künstlicher Intelligenz nicht ersetzt werden kann.

Strategien für ein neues Geschäftsmodell

Düffert spricht offen über die Herausforderungen, die sich aus den über 300 Millionen Euro Zustell- und Personalkosten ergeben. „Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir ein digitales Geschäftsmodell für Journalismus aufbauen müssen“, erklärt er und verweist auf die Notwendigkeit, den Erlösmix zu überdenken. Langfristig erwartet er eine Verschiebung hin zu 75 Prozent Vertriebserlösen und 25 Prozent Werbeerlösen.

Innovationen im Newsletter-Bereich

Ein zukunftsweisendes Produkt ist das Plus-Abo, das personalisiert und mit verschiedenen Preispunkten angeboten werden soll. Besonders betont Düffert die Bedeutung von Newslettern. Mit 1,1 Millionen Gratis-Abonnenten hat Madsack bereits eine solide Basis geschaffen. Das Format „5 in 5“, das die fünf wichtigsten Themen des Tages zusammenfasst, erfreut sich besonderer Beliebtheit und zählt 500.000 Abonnenten. Aktuell testet Madsack in Wismar ein bezahltes Modell, das innerhalb kurzer Zeit einen dreistelligen Abonnentenstamm generieren konnte.

Radikale Schritte im ländlichen Raum

Im ländlichen Raum geht Madsack neue Wege: In der Prignitz wurde eine lokale Printausgabe eingestellt und komplett digitalisiert. „Wir werden die Zeitung nur noch dort zustellen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist“, so Düffert. Diese radikalen Schritte könnten der Branche helfen, angesichts schrumpfender Auflagen und steigender Kosten zu überleben.

In Anbetracht der Herausforderungen im Journalismus ist Düfferts Haltung klar: „Zum Optimismus gibt es keine vernünftige Alternative“, zitiert er den Philosophen Karl Popper. Diese Perspektive könnte für viele Unternehmen in der Medienbranche eine wertvolle Erkenntnis sein: Wer sich den Veränderungen proaktiv stellt und auf regionale Stärken setzt, kann auch in der digitalen Zukunft bestehen.


Quelle:
Print halbiert sich bis 2030 – und trotzdem sieht Madsack-CEO Düffert für Regionaljournalismus die größten Zukunftschancen aller Mediengattungen

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Bild von Angela Recino
Angela Recino

Journalistin und PR-Strategin
Geschäftsführerin Bewegte Kommunikation