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Insolvenzen: 2.276 Unternehmen und die Macht der Kommunikation

Die Zahl der Insolvenzen zeigt, wie Kommunikation die Wahrnehmung von Unternehmen beeinflusst.

Insolvenzen sind nicht nur Zahlen – sie sind ein Spiegelbild von Vertrauen und Reputation. In einer Zeit, in der 2.276 Unternehmen Zahlungsunfähigkeit anmelden, wird deutlich, wie wichtig klare und transparente Kommunikation ist, um das Vertrauen von Kunden und Partnern zu erhalten.

Im April 2023 meldeten 2.276 Unternehmen in Deutschland Insolvenz an – ein Anstieg von 7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Diese Zahl ist alarmierend und stellt den höchsten Stand seit 14 Jahren dar. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) bezeichnete die Entwicklung als „traurigen Rekord“. Besonders betroffen sind Branchen wie Verkehr, Lagerei, Gastgewerbe und Bau. Diese Situation ist nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine kommunikative Herausforderung für viele Geschäftsführer.

Was auffällt, ist die Diskrepanz zwischen den hohen Insolvenzzahlen und den Forderungen der Gläubiger, die sich auf rund 13,9 Milliarden Euro belaufen – deutlich weniger als die 22,5 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Zahlen deuten darauf hin, dass in den ersten vier Monaten des Jahres 2023 vermehrt Großunternehmen Insolvenz anmeldeten. Hier zeigt sich ein kommunikatives Prinzip: Wer in einer Krise die Erzählung kontrolliert, kann die Wahrnehmung seiner Situation maßgeblich beeinflussen.

Ein Beispiel für diese Dynamik ist der Moment, in dem eine Unternehmensleitung sich entscheidet, wie sie auf eine Krise reagiert. Statt in Panik zu verfallen oder Informationen zurückzuhalten, könnte eine proaktive und transparente Kommunikation den Unterschied ausmachen. Wenn die Führungskräfte klar und offen mit der Situation umgehen, können sie Vertrauen aufbauen, auch wenn die Umstände schwierig sind. Der Auftritt eines Unternehmens in einer Krisensituation ist oft entscheidend dafür, wie es wahrgenommen wird – nicht nur von den Medien, sondern auch von Kunden und Partnern.

Im Unternehmensalltag erleben Geschäftsführer diese Kommunikationsmechanismen in zahlreichen Situationen. Beispielsweise, wenn ein Lieferant plötzlich nicht liefern kann oder ein Kunde unzufrieden ist. Anstatt die Probleme zu verschweigen oder zu bagatellisieren, können sie eine offene und ehrliche Kommunikation wählen. Ein Gespräch, in dem man die Situation direkt anspricht und Lösungen anbietet, kann entscheidend sein. Das Vertrauen der Kunden und Partner wird nicht nur durch gute Produkte oder Dienstleistungen gewonnen, sondern auch durch die Art und Weise, wie man mit Herausforderungen umgeht.

Wäre die Kommunikation in Krisenzeiten konsistent und strategisch, würde dies nicht nur die Reputation des Unternehmens stärken, sondern auch dazu führen, dass Stakeholder bereits vor einem formellen Gespräch mit dem Unternehmen vertraut sind. Unternehmen, die in stürmischen Zeiten transparent kommunizieren, schaffen eine Grundlage für langfristige Beziehungen und Vertrauen.

Die Erkenntnis aus dieser Situation ist klar: In der Kommunikation liegt eine Macht, die oft unterschätzt wird. Es sind nicht nur die Zahlen, die zählen, sondern die Geschichten, die man erzählt und wie man sie erzählt. Wer die Kontrolle über seine Kommunikation behält, kann die Wahrnehmung seiner Marke nachhaltig beeinflussen – egal, wie herausfordernd die Umstände sind.


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Bild von Angela Recino
Angela Recino

Journalistin und PR-Strategin
Geschäftsführerin Bewegte Kommunikation