Manche Unternehmen optimieren ihre digitale Sichtbarkeit bis ins Detail, doch der entscheidende Hebel bleibt oft ungenutzt: die Übersetzung in den öffentlichen Raum. Der Fall KoRo zeigt, wie gezielte Außenwerbung und klassische Medienarbeit digitale Markenbekanntheit in echte Marktpräsenz verwandeln – und damit Kaufentscheidungen beeinflussen, bevor sie überhaupt digital beginnen.
Digitale Marken bauen Sichtbarkeit auf – aber die Tür zum Markt bleibt verschlossen, wenn sie im Alltag fehlt
Die Annahme, dass digitale Markenbekanntheit automatisch zu mehr Sichtbarkeit im Markt führt, hält sich hartnäckig. Besonders im B2B- und Mittelstandssegment setzen viele auf Performance-Marketing, Social Media und digitale Lead-Generierung – gesteuert, messbar, scheinbar ohne Streuverlust. Die Hoffnung: Wer online gewinnt, gewinnt langfristig auch offline.
Der Fall Koro ist ein Musterbeispiel für diese Logik. Das Unternehmen, 2014 gegründet und längst aus dem Startup-Status herausgewachsen, meldet für 2025 einen Umsatz von 252 Millionen Euro – ein Plus von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Lange Zeit setzte Koro auf den Direct-to-Consumer-Ansatz und digitale Vertriebskanäle. Doch mit der Expansion kamen neue Fragen: Wie erreicht die Marke Menschen abseits des Bildschirms? Wie wird aus digitalem Ad Recall echte Präsenz, die auch am Point of Sale, im Alltag, auf der Straße spürbar ist?
Die Lücke zwischen digitaler Bekanntheit und physischer Präsenz entscheidet über den nächsten Wachstumssprung
Hier liegt der blinde Fleck: Digitale Sichtbarkeit mag die Aufmerksamkeit binden – aber sie bleibt begrenzt, solange sie nicht im öffentlichen Raum stattfindet. Menschen erinnern sich an Marken, die sie „erleben“ – nicht nur anklicken. Genau an dieser Stelle entscheidet sich, ob eine Marke zum Gesprächsstoff wird oder im digitalen Rauschen verschwindet. Koro hat diesen Schritt erkannt: Neben TV-Werbung setzt das Unternehmen jetzt auf klassische Außenwerbung (OOH – Out of Home). Die Folge? Ad Recall und Brand Consideration steigen laut Koro-Marketingchefin Dijana Dimitrovska „deutlich“. Das Unternehmen übersetzt digitale Markenbekanntheit in physische Sichtbarkeit – und schafft damit eine Präsenz, die im Alltag der Zielgruppe verankert ist.
Viele Mittelständler, die ich begleite, stehen an einem ähnlichen Punkt. Die Zahlen im Digitalmarketing überzeugen, der Umsatz wächst, die Shareholder sind zufrieden. Doch dann kommt der Moment, in dem ein potenzieller Großkunde im Erstgespräch offen fragt: „Wo sind Sie eigentlich präsent? Ihre Marke habe ich online gesehen, aber im Alltag nie wahrgenommen.“ Dieses Gespräch bleibt im Kopf – und es zeigt ein Dilemma, das sich mit Earned Media, Gastbeiträgen und gezielter Pressearbeit lösen lässt.
Pressearbeit liefert die Geschichten, die Außenwerbung die Präsenz – gemeinsam öffnen sie Türen, die bis dahin verschlossen waren
Ein Unternehmer im Maschinenbau, 120 Mitarbeiter, hatte sich auf digitale Leadgenerierung konzentriert. Die Website war optimiert, die Social-Kanäle gepflegt, das Produktportfolio up to date. Dennoch stagnierte das Wachstum. Erst als er – nach Jahren der Zurückhaltung – eine Serie von Fachbeiträgen in Branchenmedien platzierte und parallel in regionale Außenwerbung investierte, meldeten sich Einkäufer, die ihn zuvor nur aus dem Netz kannten. Im Nachgespräch wurde klar: Nicht die digitale Präsenz, sondern die Kombination aus Sichtbarkeit im Alltag und medialer Einordnung hatte den Ausschlag gegeben. Die Marke war auf einmal „da“ – nicht nur online, sondern im Gespräch am Bahnhof, im Taxi, beim Kundenbesuch. Die Pressearbeit lieferte die Geschichten, die Außenwerbung die Präsenz – und gemeinsam öffneten sie Türen, die bis dahin verschlossen blieben.
Das eigentliche Problem liegt also eine Ebene tiefer: Es reicht nicht, dass Ihre Zielgruppe von Ihnen weiß – sie muss Sie erleben, an verschiedenen Kontaktpunkten, mit Substanz. Pressearbeit ist in diesem Zusammenspiel kein Add-on, sondern das strategische Instrument, das digitalen Erfolg in dauerhafte Reputation übersetzt. Wer diesen Hebel nicht nutzt, bleibt abhängig von kurzfristigen Klicks – und verpasst den Moment, in dem der Markt wahrnimmt, dass eine Marke gekommen ist, um zu bleiben.
Wer Sichtbarkeit auf mehreren Ebenen schafft, entscheidet, ob er in Köpfen – oder nur in Klickzahlen existiert
Marken, die digitale und physische Präsenz verbinden, schaffen etwas, das Quartalsberichte nicht abbilden: Sie werden Teil des Alltags, setzen Gesprächsanlässe, bauen Vertrauen auf, bevor die eigentliche Kaufentscheidung fällt.
Welcher Moment fehlt Ihnen – der, in dem Sie gefunden werden, oder der, in dem Sie bleiben?
Prüfen Sie heute, an welchem Punkt Ihrer Medienpräsenz die Kette abreißt: Ist Ihre Marke nur online sichtbar, oder sprechen Menschen auch außerhalb Ihres digitalen Ökosystems über Sie? Das ist der Unterschied zwischen Reichweite und Wirkung.
Quelle: Meedia
Presseinterviews souverän meistern
Viele Geschäftsführer wirken im Interview unsicher – das kostet Wirkung und Vertrauen.
Mit den richtigen Techniken treten Sie souverän auf und machen Ihr Unternehmen sichtbar.
Über 50 Unternehmer nutzen diese Methoden bereits erfolgreich.
Key Takeaways
- Digitale Marken müssen auch offline sichtbar sein, um echte Marktpräsenz zu erreichen.
- Der Fall KoRo zeigt, dass Außenwerbung und Pressearbeit digitale Markenbekanntheit in physische Sichtbarkeit umwandeln können.
- Sichtbarkeit im Alltag ist entscheidend für die Kaufentscheidung und sollte durch strategische Maßnahmen gefördert werden.
- Kombination von Pressearbeit und Außenwerbung schafft Vertrauen und Gesprächsanlässe, die über digitale Klicks hinausgehen.
- Marken, die sowohl online als auch offline präsent sind, bleiben im Gedächtnis und können langfristigen Erfolg sichern.