Erleben, entdecken, Einfluss ermöglichen: Die Trends im B2B-Marketing für 2018

Von Angela Recino am 03.01.18 11:09

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Ob Livestreaming, Sprachsteuerung, Social Bots oder Virtual Reality – typische Konsumenten-Gadgets gewinnen im B2B immer mehr Relevanz. „Emotionen“, „Erleben“, „Entdecken“ und „Einfluss ermöglichen“ sind für uns die wichtigsten Trends der Zukunft.  

Sprachsteuerung geht in Serie

Ob Siri, Cortana, Bixby oder Alexa: Sprachsteuerung, Künstliche Intelligenz (KI) und „Voice Content Marketing“ sollten Marketing- und PR-Experten 2018 auf jeden Fall auf dem Schirm haben. KI durchdringt immer häufiger den Consumer-Alltag und hält ein zunehmend breites Spektrum an bequem abrufbaren Informationen bereit. Der nächste logische Schritt – die Adaption für's Business – ist bereits im Gange, erste Early Birds sind schon unterwegs. Für den internen Office-Einsatz verspricht Alexa mehr Produktivität, unter anderem im persönlichen Zeitmanagement, beim Abarbeiten von To-Do-Listen, mit der automatischen Einwahl von Konferenzgesprächen („Alexa – starte meine Besprechung“) oder der Erledigung von Telefonaten. Mehr noch: Alexa soll „im Handumdrehen“ Informationen wie die aktuellsten Verkaufszahlen oder Daten zum Bestand im Lager finden, in kleineren Konferenzräumen als Audiokonferenzgeräte oder in größeren Räumen zur Steuerung von Geräten fungieren und das ist nur die Spitze des Eisbergs. So verlockend das klingt, offen bleiben Fragen der praktischen Implementierung und Schnittstellen und ob Unternehmen bestimmte Stufen der Digitalisierung mit KI gleich überspringen können. 

Wer selbst in punkto Sprachsteuerung aktiv werden und vom „Voice Content Marketing“ profitieren will: Amazons Alexa beispielsweise hat bereits bei der Lieferung ein „Skills Kit“ dabei, mit denen Unternehmen die Sprachsteuerung für ihre Zwecke nutzen können. Der so genannte „Alexa Voice Service“ assistiert darin, Apps mit jeglichen Geräten zu koppeln, die über ein Mikrofon, einen Lautsprecher und eine Internetverbindung verfügen. App-Entwickler können mithilfe des Kits selbstständig ihre eigene Anwendung mit dem Assistenten verknüpfen. Bei der Entwicklung hilft eine Sammlung aus mitgelieferten Self-Service APIs, Dokumentationen und Codebeispielen. Wie immer gilt: Zielgruppe im Fokus haben und aus der Sicht des Wurms und nicht des Anglers arbeiten. Viel Spaß beim Ausprobieren! 

Chatbots in Messenger-Diensten

Bei Twitter gibt´s den Chatbot schon länger, Facebook hat ihn seit 2017 in seinen Messenger integriert und bereits 100.000 der intelligenten Helfer im Einsatz. 2018 ziehen WhatsApp und Snapchat nach: Chatbots, oder auch Social Bots genannt, kommunizieren mit ihren Kunden über den Messenger-Dienst, werben personalisiert und pflegen mit den Käufern einen nachhaltigen Kontakt. Auf diese Weise begleitet der Chatbot seine Nutzer durch die Customer Journey und holt sie jeweils in ihrem aktuellen Entscheidungsprozess ab. Wie bei einer Face-to-Face-Kommunikation – nur mit einem sicherlich besseren Gedächtnis – steigt der Chatbot mithilfe der Nutzerdaten genau da ins Verkaufsgespräch ein, wo der Anwender zuletzt aufgehört hat. Intelligente Anwendungen versprechen vielfältige Möglichkeiten, Verkaufschancen wirklich zu versilbern.

Mit der Welt verbunden – durch Livestreaming

Bewegte Kommunikation: 2018 ist das Jahr des endgültigen Durchbruchs für Livestreaming. Mehr als jeder zweite Online-User nutzte bereits 2017 regelmäßig einen Livestream – ob zu Hause oder unterwegs. Livestreaming nimmt den Betrachter von vorne herein mit, hält ihn up-to-date, informiert und involviert ihn. Dank der Chatfunktion fühlen sich Nutzer mit der Welt verbunden, die Chancen des unmittelbaren Dialogs in Echtzeit waren nie besser als heute. Im Vordergrund sollte Content stehen, der die emotionale Bindung des Kunden zum Produkt stärkt: Entwicklerinterviews, Hintergründe zur Unternehmensgründung oder Arbeitsprozesse, also der Blick hinter die Kulissen.

Erlebbarkeit ermöglichen durch Virtual und Augmented Reality

Bisher überzeugt Virtual Reality Kunden vor allem im Entertainment- und Consumer-Bereich, doch auch im B2B ist die Integration von VR und AR im Kommen. Das Eintauchen in fremde Welten, Immersion genannt, gewährt dem Anwender eine völlig neue User Experience, die über herkömmliche „2D“-Video- oder Bloginhalte weit hinausgehen. Das Produkt und seine Erlebbarkeit hinterlassen durch die umfassende VR-Anwendung eine nachhaltige Erfahrung beim Nutzer und stärken so das eigene Branding. Diese Virtual Experience ermöglicht zudem personalisierte und individuelle Inhalte, die die Entscheidungen für potenzielle B2B-Käufer erleichtern. Darüber hinaus setzt sich die Erkenntnis durch, dass VR und AR hervorragend für die Aus- und Weiterbildung der eigenen Mitarbeiter geeignet sind. 

Spitze Zielgruppen – Micro-Influencer werden wichtiger

Influencer mit über 1 Millionen Followern haben zwar eine hohe Reichweite, jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass nur ein Nutzer auch auf den jeweiligen Beitrag anspringt, sehr gering. Immer häufiger entscheiden sich Unternehmen beim Thema Influencing für Qualität statt Quantität, also Micro-Influencer. Mit etwa 100 bis 1.000 Followers haben sie zwar eine geringere Reichweite, allerdings macht gerade das sie interessanter für ein effizientes B2B Online Marketing, denn die Zielgruppe ist definitiv spezifischer. Glaubwürdigkeit und Authentizität eines Micro-Influencers können deutlich überzeugender sein als die eines Millionen-Multiplikators. 

Welche Auswirkungen haben diese Marketing-Trends im Jahr 2018?

Sofern es gelingt, durch „Erleben“, „Entdecken“ und „Einfluss ermöglichen“ näher an den Kunden heranzurücken, sind diese deutlich eher dazu bereit, Unternehmen ihre Kontaktdaten und persönlichen Vorlieben anzuvertrauen. Für B2B-Unternehmen bedeutet das, dass die Zielgruppen-Analyse noch spezifischer wird – Stichwort: Teilöffentlichkeiten. Zu Fuß ist das nicht mehr zu leisten. An der Digitalisierung von PR und Marketing und der systematischen, datenbasierten Steuerung der Maßnahmen führt immer weniger ein Weg vorbei. Je früher Organisationen in diesen Prozess einsteigen, umso besser. 

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